Aktuelles
Kastrationsverordnung

Zum Schutz vor einem elenden Katzen-Leben
MdB Ernst Hinsken und Landkreis-Gemeinden setzen sich für Kastration der Tiere ein
In Deutschland gibt es zu viele streunende Katzen. Weil die Tiere nicht kastriert werden, wächst ihre Population immer weiter an. Dadurch verelenden sie und sind Seuchen und Krankheiten ausgesetzt. Anneliese Gebhardt, Vorsitzende des Vereins Zukunft für Tiere, unterstützt schon lange die Forderung des Deutschen Tierschutzbundes nach einer generellen Kastrations- und Meldepflicht für Katzen. MdB Ernst Hinsken und die Bürgermeister der Landkreis-Gemeinden sagten jetzt ihre Unterstützung zu.
Schon vor einiger Zeit hatte sich MdL Reinhold Perlak im Landtag für Finanzmittel für ein bayernweites Kastrations- und Kennzeichnungsgebot stark gemacht. In den vergangenen Monaten konnte Anneliese Gebhardt nun auch MdB Ernst Hinsken und den Kreisverband des Bayerischen Gemeindetages für ihre Sache gewinnen. Die Gemeinden im ganzen Landkreis spendeten mehr als 2 000 Euro, zusätzlich wurde der Betrag aus dem Feuerwehrfonds des Deutschen Tierschutzbundes aufgestockt.
MdB Ernst Hinsken und die Bürgermeister aus Wiesenfelden, Parkstetten, Aiterhofen, Mariaposching, Aholfing, Stallwang und Bogen trafen sich am Donnerstag mit Anneliese Gebhardt in der CSU-Geschäftsstelle in der Mühlsteingasse, um ihr auch weiterhin ihre Unterstützung zuzusagen. Die Tierschützerin dankte den Politikern dafür und erklärte, dass sie auf die Mithilfe der Politik angewiesen sei.
Zwei- bis dreimal pro Jahr bekommen Katzen Junge
Katzen können zwei- bis dreimal pro Jahr Junge bekommen, pro Wurf bis zu fünf Tiere. Die Kätzchen werden nach etwa fünf Monaten geschlechtsreif und beginnen, sich zu paaren. Die Folge sei eine regelrechte Katzenschwemme, meinte Anneliese Gebhardt.
Durch die unkontrollierte Vermehrung und die daraus resultierende Überpopulation hat das Leben der freilaufenden Tiere allerdings nichts mehr mit dem der gepflegten Stubentiger zu tun. Stattdessen seien sie zu einem elenden Leben in Hunger und Krankheit verurteilt, stellte Anneliese Gebhardt fest. Die Kastrationspflicht sei die einzige Möglichkeit, um die Tiere zu schützen, berichtete die Tierschützerin.
Paderborn ergriff als erste deutsche Stadt 2008 die Initiative und führte eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Freigänger-Katzen ein. In der Verordnung ist festgeschrieben, das männliche und weibliche freilaufende Katzen ab dem fünften Lebensmonat kastriert und mittels Tätowierung oder Mi-krochip gekennzeichnet werden müssen. Die Kosten dafür trägt der Besitzer oder derjenige, der freilaufende Katzen füttert.
An einer Kastration führt laut Anneliese Gebhardt kein Weg vorbei. Dadurch werden Katzen nicht nur unfruchtbar, sondern auch ruhiger und heimischer. Außerdem würden kastrierte Kater nicht mehr markieren, was Nachbarschaftsstreitigkeiten vorbeuge.
Medizinische Versorgung der Tiere kostet viel Geld
Für den Eingriff verlangt ein Tierarzt bei Weibchen etwa 95 Euro, bei Männchen rund 60 Euro. Der Verein Zukunft für Tiere gibt jedes Jahr große Summen für die medizinische Versorgung der Katzen aus, die in seine Obhut gelangen. Das Geld wird zum Großteil von Privatleuten gespendet.
Das Geld der Landkreis-Gemeinden sei nun ein erster gemeinsamer Schritt, freute sich Anneliese Gebhardt. Endgültig helfen könne aber nur eine bundesweite Kastrationspflicht, an der momentan eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Tierschutzverbänden und kommunalen Spitzenverbänden arbeite, informierte Ernst Hinsken. Anneliese Gebhardt hofft, mit der Unterstützung der Politiker ihr Anliegen nun auch verstärkt in der Bevölkerung bekannt machen zu können.
Spenden für den Verein Zukunft für Tiere können auf das Konto 836 924 bei der Sparkasse Niederbayern Mitte (BLZ: 742 500 00) eingezahlt werden. - fra -

